Zum Hauptinhalt springen

Zugangskontrollsysteme

Ein Zugangskontrollsystem ist eine Kombination elektronischer Geräte, die regeln, wer einen gesicherten Bereich betreten oder verlassen darf — ein Gebäude, einen Raum, ein Tor oder eine andere physische Grenze. Jeder Benutzer wird durch ein Merkmal identifiziert (PIN-Code, RFID-Karte, Schlüsselanhänger, Fingerabdruck oder eine Kombination davon), und das System erteilt oder verweigert den Zutritt auf Basis vorkonfigurierter Berechtigungen.

Die HDWR-Zugangskontrollprodukte sind in vier Hardware-Familien gegliedert:

  • Tastatur-Coder — wandmontierte PIN-Pads (mit oder ohne integrierten RFID-Leser), die Benutzer authentifizieren und das Türöffnungssignal senden
  • Proximity-Leser — RFID-basierte Leser, die an Türen installiert werden; der Benutzer hält eine Karte oder einen Schlüsselanhänger vor den Leser, anstatt einen Code einzutippen
  • Elektronische Schlösser — eigenständige elektromechanische Schlösser, die ein herkömmliches Schließzylinder ersetzen oder ergänzen
  • Elektrische Türöffner — rahmenmontierte Öffner, die gemeinsam mit einem Standard-Türriegel oder -Schlossriegel arbeiten; der Riegel wird durch einen elektromagnetischen oder elektromechanischen Mechanismus gehalten oder freigegeben

Informationen zu eigenständigen RFID-Lesern für Identifikation und Zeiterfassung (statt Türsteuerung) finden Sie unter RFID-Leser.

Zusammenspiel der Komponenten

Eine typische kabelgebundene Zugangskontrollinstallation besteht aus:

  1. Leser / Tastatur-Coder — an der ungesicherten (Außen-)Seite der Tür montiert; identifiziert den Benutzer
  2. Ausgangstaste oder sekundärer Leser — an der gesicherten (Innen-)Seite montiert; ermöglicht freien oder kontrollierten Ausgang
  3. Elektrischer Türöffner oder elektronisches Schloss — im Türrahmen oder Türblatt eingebaut; gibt den Riegel physisch frei oder sperrt ihn
  4. 12 V DC-Netzteil — versorgt Schloss und Leser mit stabiler Spannung; ein Akku-Ausgang schützt bei Netzausfall
  5. Optional: Zeiterfassungsgerät — der Leser-Ausgang wird zusätzlich an ein HR-System weitergeleitet, um Ein-/Ausgangszeitstempel zu protokollieren

Die Verkabelung verläuft vom Netzteil zum Schloss und vom Leser zum Triggereingang des Schlosses (oder zu einem dedizierten Zugangskontrollpanel, falls die Installation eines verwendet).

Merkmalstypen

MerkmalTechnologieHinweise
PIN-CodeTastaturKeine Karte erforderlich; einfach zu verwalten; anfällig für Schulter-Surfen
Proximity-Karte125 kHz EM4100Klassisches kostengünstiges Merkmal; kein PIN erforderlich
Smart-Karte13.56 MHz MIFARE / ISO 14443Höhere Sicherheit; einige Modelle unterstützen verschlüsselte Sektoren
Schlüsselanhänger125 kHz oder 13.56 MHzGleiche Technologie wie Karten, kompakt
FingerabdruckBiometrischIn ausgewählten Coder-Modellen integriert
Multi-FaktorPIN + KarteKombiniert zwei Merkmalstypen für Hochsicherheitszonen

Wiegand-Schnittstelle

Viele HDWR-Proximity-Leser übertragen die Merkmalskennung über das Wiegand-Protokoll — dieselbe Open-Collector-Zweidraht-Schnittstelle (DATA0/DATA1), die von der großen Mehrheit der Zugangskontrollpanels und -controller weltweit verwendet wird. Die gebräuchlichsten Formate sind Wiegand 26 (26 Bit; 8-Bit-Facility-Code + 16-Bit-Kartennummer) und Wiegand 34 (34 Bit; unterstützt größere Kartennummernbereiche). Passen Sie das Format des Lesers an das vom Controller oder Panel erwartete Format an.

Stromversorgung und Fail-Safe- / Fail-Secure-Modi

Elektrische Türöffner und elektromagnetische Schlösser sind stromversorgte Geräte. Sie arbeiten in einem von zwei Modi:

  • Fail-Secure (fail-locked) — die Tür bleibt bei Stromausfall verriegelt; das Schloss benötigt einen elektrischen Impuls zum Öffnen. Empfohlen für Hochsicherheitsbereiche.
  • Fail-Safe (fail-open) — die Tür öffnet sich bei Stromausfall und ermöglicht freien Ausgang in Notfällen. In vielen Ländern für Fluchtwege gesetzlich vorgeschrieben.

Überprüfen Sie stets die lokalen Brand- und Sicherheitsvorschriften, bevor Sie einen Fail-Modus wählen.

Dokumentation in diesem Abschnitt

  • Allgemeine Informationen (diese Seite) — Systemübersicht, Komponentenrollen, Verkabelungskonzepte
  • Tastatur-Coder — PIN- und PIN+RFID-Wandpads
  • Proximity-Leser — RFID-Karten- und Schlüsselanhänger-Leser für Türen
  • Elektronische Schlösser — eigenständige elektromechanische Schlosseinheiten
  • Elektrische Türöffner — rahmenmontierte elektromagnetische / elektromechanische Öffner

Zugangskontrollsysteme FAQ

Was ist ein Zugangskontrollsystem?
Ein Zugangskontrollsystem ist eine Kombination elektronischer Geräte — Leser, Schlösser oder Öffner und ein Netzteil — die regelt, wer wann einen gesicherten Bereich betreten darf. Der Benutzer präsentiert ein Merkmal (PIN-Code, RFID-Karte, Schlüsselanhänger, Fingerabdruck oder eine Kombination), der Leser überprüft es, und bei Berechtigung signalisiert er der Schließhardware, die Tür freizugeben. Das System kann jeden Zutrittsereignis protokollieren, sodass Sie sehen können, wer wann eingetreten ist.
Welche Arten von Zugangskontrollsystemen gibt es?
Die häufigsten Typen sind: (1) Nur-PIN-Tastatur — der Benutzer gibt einen Code ein; (2) RFID-Proximity-Leser — der Benutzer hält eine Karte oder einen Schlüsselanhänger vor; (3) kombinierte PIN + RFID-Leser — beide Methoden funktionieren, entweder als Alternativen oder zusammen für Zwei-Faktor-Authentifizierung; (4) biometrische Leser — Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung; (5) eigenständige elektronische Schlösser — akkubetriebene, in sich geschlossene Einheiten, die einen herkömmlichen Schließzylinder ersetzen. HDWR-Produkte decken all diese ab, von einfachen PIN-Pads bis hin zu Dualfrequenz-RFID-Lesern und fingerabdruckfähigen Codern.
Was benötige ich für eine vollständige Zugangskontrollanlage?
Ein minimales kabelgebundenes System benötigt: einen Leser oder Tastatur-Coder (außen an der Tür montiert), einen elektrischen Türöffner oder ein elektronisches Schloss (im Türrahmen oder in der Tür), ein 12 V DC-Netzteil und eine kurze Kabelverbindung dazwischen. Für beidseitig kontrollierten Zugang fügen Sie innen einen Ausgangsleser oder eine Taste hinzu. Für die Zeiterfassungsprotokollierung verbinden Sie den Leserausgang mit einem kompatiblen Zeiterfasser. Ein Zugangskontrollpanel oder -controller ist für einfache Einzeltür-Setups optional — viele HDWR-Leser können das Schloss direkt auslösen.
Was ist der Unterschied zwischen einem elektrischen Türöffner und einem elektronischen Schloss?
Ein elektrischer Türöffner ersetzt das Schließblech im Türrahmen und arbeitet mit dem vorhandenen Türriegel oder Schlossriegel — Türgriff und Schließzylinder bleiben unverändert. Ein elektronisches Schloss ersetzt (oder ergänzt) den gesamten Schließmechanismus im Türblatt und enthält typischerweise einen eigenen Merkmalsleser, was es zu einer eigenständigen Einheit macht. Elektrische Türöffner sind einfacher nachzurüsten; elektronische Schlösser bieten eine engere Integration von Schloss und Leser in einem Gerät.
Was ist der Unterschied zwischen Fail-Safe und Fail-Secure?
Fail-Safe (fail-open) bedeutet, dass die Tür sich automatisch entsperrt, wenn der Strom unterbrochen wird — nützlich auf Fluchtwegen, wo Menschen in einem Notfall frei passieren können müssen. Fail-Secure (fail-locked) bedeutet, dass die Tür bei Stromverlust verriegelt bleibt, was für Hochsicherheitsbereiche bevorzugt wird, in denen unbefugter Zutritt auch während eines Stromausfalls verhindert werden muss. Überprüfen Sie die lokalen Brand- und Bauvorschriften: Fluchtwege erfordern fast immer Fail-Safe-Modus auf der Ausgangsseite.
Mit welcher Spannung betreiben HDWR-Zugangskontrollprodukte?
Die meisten HDWR-Elektrischen Türöffner und Proximity-Leser arbeiten mit 12 V DC. Einige elektrische Türöffner akzeptieren auch 24 V DC. Prüfen Sie stets das Datenblatt des jeweiligen Modells — falsche Spannung beschädigt die Hardware. Verwenden Sie ein dediziertes Zugangskontrollnetzteil statt eines normalen Netzteils, da dedizierte Netzteile Kurzschlussschutz, einen Alarmausgang für Sabotageerkennung und häufig einen Akku-Backup-Anschluss umfassen.