Proximity-Leser
Ein Proximity-Leser ist ein RFID-Leser, der an einem Zugangspunkt — einer Tür, einem Tor oder einem Drehkreuz — montiert wird und eine vom Benutzer vorgehaltene Karte oder einen Schlüsselanhänger liest; ist das Merkmal autorisiert, signalisiert er der angeschlossenen Schließhardware die Freigabe. Anders als bei einem Tastatur-Coder muss kein PIN eingegeben werden: Der Benutzer hält einfach seine Karte oder seinen Schlüsselanhänger vor das Lesegerät und die Tür öffnet sich.
HDWR-Proximity-Leser sind speziell für Türsteuerungsanwendungen konzipiert. Sie unterscheiden sich von den universellen RFID-Lesern, die für Zeiterfassung und Identifikation verwendet werden, dadurch, dass sie ein Wiegand-Signal ausgeben (statt USB-HID-Tastaturemulation) und damit nativ mit Zugangskontrollpanels und -controllern kompatibel sind.
Unterstützte Merkmalstypen
| Merkmal | Frequenz | Standard | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Proximity-Karte | 125 kHz | EM4100 / Unique | Häufigste Legacy-Berechtigung |
| Schlüsselanhänger | 125 kHz | EM4100 / Unique | Kompaktes Äquivalent zur Karte |
| Smart-Karte | 13.56 MHz | MIFARE Classic, MIFARE Plus | Unterstützt verschlüsselte Sektoren; höhere Sicherheit |
| Smart-Karte | 13.56 MHz | ISO 14443, ISO 15693 | Breiter Kompatibilitätsstandard |
| NFC-fähiges Smartphone | 13.56 MHz | NFC / ISO 14443 | Smartphone als Merkmal, wo unterstützt |
| Dual-Frequenz-Karte | 125 kHz + 13.56 MHz | Beide | Für gemischte Merkmalsumgebungen |
Ausgangsschnittstelle: Wiegand
HDWR-Proximity-Leser für die Zugangskontrolle übertragen Merkmale über das Wiegand-Protokoll über zwei Open-Collector-Datenleitungen (DATA0 und DATA1). Die zwei häufigsten Formate sind:
- Wiegand 26 — 26 Bit gesamt: 1 Paritätsbit + 8-Bit-Facility-Code + 16-Bit-Kartennummer + 1 Paritätsbit. Unterstützt bis zu 255 Facility-Codes und bis zu 65.535 Kartennummern pro Facility.
- Wiegand 34 — 34 Bit gesamt: erweitert das Kartennummernfeld auf 24 Bit und unterstützt über 16 Millionen Kartennummern. Erforderlich für große Installationen, bei denen 16-Bit-Kartennummern nicht ausreichen.
Das Wiegand-Format des Lesers muss mit dem vom Zugangskontrollpanel oder Controller erwarteten Format übereinstimmen.
Abgrenzung zu allgemeinen RFID-Lesern
Proximity-Leser (diese Kategorie) und RFID-Leser nutzen dieselbe Funktechnologie, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben:
- Proximity-Leser geben Wiegand aus, sind für die Verdrahtung mit einem Türcontroller ausgelegt und werden typischerweise bündig an einer Wand mit einer Standard-Unterputzdose montiert.
- RFID-Leser geben USB-HID (Tastaturemulation) aus, werden über USB mit einem PC oder Zeiterfasser verbunden und dienen der Identifikation, Zeiterfassung und Softwareintegration.
Wenn Ihr Ziel das Öffnen einer Tür ist, verwenden Sie einen Proximity-Leser. Wenn Ihr Ziel das Protokollieren einer Tag-ID in einer Software auf einem PC oder einer Zeiterfassung ist, verwenden Sie einen RFID-Leser.
Installationshinweise
- Montieren Sie den Leser an der ungesicherten (Außen-)Seite der Tür in einer bequemen Höhe (typischerweise 90–120 cm vom Boden).
- Halten Sie den Leser mindestens 20 cm von Metalloberflächen und anderen Lesern entfernt — metallische Untergründe reduzieren die Lesereichweite und benachbarte Leser können sich gegenseitig stören.
- Verwenden Sie abgeschirmtes Kabel für Wiegand-Leitungen länger als 5 m; halten Sie die Leitungslänge unter 150 m.
- Versorgen Sie den Leser nach Möglichkeit vom selben 12 V DC-Netzteil wie den elektrischen Türöffner — das vereinfacht die Installation und stellt sicher, dass beide Geräte bei einem Stromausfall gleichzeitig abschalten.